Skonto

Die Kosten für nicht genutztes Skonte werden durch die Formel

berechnet, wobei gilt:
S p.a.: Skontosatz für das Gesamtjahr
s: Prozentsatz der innerhalb der Skontofrist vom Rechnungsbetrag abgezogen wird
k: Kreditzeitraum = Nettozahlungsziel - Skontozahlungsziel

Das Ergebnis S p.a. entspricht dem Zinssatz des Skontobetrages, der auf das Jahr hochgerechnet wurde: Das Produkt aus Rechnungsbetrag und Zinssatz wird durch den Kreditzeitraum geteilt um den Zinsbetrag pro entgangenen Tag des Skontovorteils zu ermitteln. Anschliessend wird dieser Wert mit der Anzahl der Tage eines Jahres (360) multipliziert, um den Zinssatz per anno festzustellen.

Hierbei gelten folgende Gesetzmässigkeiten:
  1. Der Skontovorteil ist eine Funktion vom Zinssatz (s), Nettozahlungsziel und Skontozahlungsziel
  2. Bei einer Veränderung des Prozentsatzes s um 1 (ceteris paribus) steigt der Skontovorteil in Prozent um den Betrag 360/k
  3. Bei Verringerung des Skontozahlungszieles (ceteris paribus) sinkt auch der Skontovorteil, bei einer Erhöhung steigt er
  4. Bei Verringerung des Nettozahlungszieles steigt der Skontovorteil (ceteris paribus), wird dieses erhöht verringert sich der Vorteil

Der Finanzierungsvorteil des Skontos errechnet sich aus dem Produkt von Rechnungsbetrag und Skontosatz (s) in Prozent. Wird ein Kredit aufgenommen so sind die Kosten hierfür (Rechnungsbetrag multipliziert mit Zinssatz) von diesem Ergebnis abzuziehen um den Finanzierungsvorteil zu ermitteln.

Dabei gilt:

  1. Solange der Zinssatz der alternativen Finanzierung niedriger ist, als der Skontosatz pro Jahr lohnt sich das Ziehen des Skontos gegenüber der Alternative

Finanzierung durch den Lohmann-Ruchti-Effekt

Die Finanzierung durch den Lohmann-Ruchti-Effekt (auch Marx-Engels-Effekt genannt) basiert auf der These, dass die Abschreibungen in die Kalkulation der Verkaufspreise eingehen und über den erfolgten Verkauf auch wieder dem Unternehmen zufließen. Dadurch fließt dem Unternehmen mehr Geld zu, als es ausgibt und diese Mittel stehen für Investitionen bzw. Schuldentilgung zur Verfügung.
Folgendes Extrembeispiel soll dies verdeutlichen: Ein Unternehmen schafft eine Maschine an, die 1.000 kostet und über 5 Jahre abgeschrieben wird. Ansonsten fallen keine Kosten an. Im ersten Jahr (zu Beginn) wird die Anschaffung getätigt, hierfür müssen Mittel bereit stehen. Über das erste Jahr werden nun mit der Maschine Erzeugnisse gefertigt und zum reinen Selbstkostenpreis der Abschreibung verkauft.
So fließen also im ersten Jahr die Anschaffungskosten der Maschine ab, und über die Einkaufspreise die Abschreibungen wieder zu (vorausgesetzt die abgesetzte Planmenge entspricht der Istmenge), in diesem Fall also ein Abfluss von 1.000 und ein Zufluss von 200. Im ersten Jahr besteht also ein Finanzbedarf von 800.
Im den folgenden vier Jahren fließen nun wieder 200 Einheiten / Jahr zu, ohne dass es einer Ausgabe bedurfte. Somit stehen nach fünf Jahren wieder 1.000 Einheiten zur Verfügung um eine neue Maschine zu erwerben. Die Abschreibung hat die Ersatzinvestition finanziert.